Grillsaison – 7 Tipps für Ihre Sicherheit – Institut für Schadenverhütung mahnt zur Vorsicht

26. Juni 2009 | Von admin | Kategorie: Hilfreiches

Grillsaison – 7 Tipps für Ihre Sicherheit – Institut für Schadenverhütung mahnt zur Vorsicht
Schadenforschung e. V.
PR Agentur: eckpunkte Kommunikationsberatung

Vorsicht mit Brandbeschleunigern. Nicht selten brennt durch den Rückschlag auch noch der Inhalt der Flasche in der Hand. Es besteht Lebensgefahr.
Vorsicht mit Brandbeschleunigern. Nicht selten brennt durch den Rückschlag auch noch der Inhalt der Flasche in der Hand. Es besteht Lebensgefahr.

(openPR) – Millionen schöne Stunden im Jahr – aber auch Tausende Unfälle mit Verletzten

Besonders Kinder sind gefährdet / 500 Schwerverletzte /

Kiel, im Juni 2009. Die Deutschen lieben das Grillen. Mindestens 70 Millionen Mal wird Jahr für Jahr zwischen April und Oktober die Kohle aus dem Keller geholt. Mit dem Sommeranfang startet die Grillsaison so richtig durch. Doch so beliebt das gemütliche Grillen mit Freunden und Familie bei den Deutschen ist, so leichtfertig gehen nach wie vor viele Menschen mit den Gefahren um.

Seit vielen Jahren sind die Anzahl der Unfallopfer stabil hoch und Unfallberichte von Feuerwehren und Krankenhäusern konstant unerfreulich. Rund 4.000 Menschen verletzten sich Jahr für Jahr, statt ihr Bratwürstchen zu essen. 500 davon werden mit schwersten Verbrennungen vom Notarzt abgeholt – und ihr Leben lang daran denken. Dabei sind die vielen kleineren Unfälle ungezählt, die nicht gemeldet werden.

Mit der Grillsaison kommen die ersten Verletzten

4.000 bekannte Grillunfälle jährlich – das ist eine alarmierende Bilanz. Auch in diesem Jahr haben die ersten Schreckensnachrichten nicht lange auf sich warten lassen. Ende Mai verbrannten 45 Prozent der Hautfläche eines Mannes aus Michelstadt, nachdem er mit Benzin den Grill starten wollte. In Landshut war es kürzlich ein 14-jähriger Jugendlicher, der bei einer Grillparty mit einer Flasche Spiritus versuchte, das Feuer schneller in Gang zu bringen. Wie die Polizei berichtete, ließ er vor Schreck die Spiritusflasche fallen, als sich der Alkohol sofort entzündete. Die brennende Flüssigkeit lief über die Beine des Jungen und fügte ihm Verbrennungen zweiten Grades zu.

IFS: Gefahren werden unterschätzt

Spiritus, Benzin oder andere hochgefährliche Brennstoffe sind beim Entzünden der Kohle besonders gefährlich und gehören zu den Hauptauslösern von Grillunfällen, weiß Dr. Rolf Voigtländer, Leiter des Kieler Institutes für Schadenverhütung und Schadenforschung (IFS) der öffentlichen Versicherer und ergänzt: „Niemals sollte Brennspiritus auf das glühende Holzkohlebett nachgegossen werden. Es besteht Lebensgefahr.“ Aber auch um den Grill herum wird es bei unsachgemäßer Anwendung und Einsatz der falschen Brennstoffe gefährlich. Spiritusdampf ist beispielsweise deutlich schwerer als Luft. Deshalb kann er sich mit einem Durchmesser von bis zu drei Metern glockenförmig um den Grill sammeln. Voigtländer: „Wenn es dadurch zu einer Verpuffung mit einer Stichflamme kommt, kann das bei den Umstehenden zu schweren Brandverletzungen führen.“ Nicht selten wird durch den Flammenrückschlag auch noch die gesamte brennende Flüssigkeit aus dem Behälter geschleudert.
Aber auch wacklige Grills, die mit bis zu 800 Grad heißer Kohle umfallen, Haut verbrennen, Kleidung oder Sitzpolster in Brand setzen, können das nette Grillerlebnis jäh beenden. Besonders Kinder sind fasziniert von der Glut und dem Feuer und leider oft auch Unfallopfer.

Mit den schönen Tagen und dem Sommer holen immer mehr Familien den Grill raus. Wer sich nicht der Brand- und Explosionsgefahr aussetzen will, setzt harmlose Zündhilfen wie Pasten und Zündwürfel ein. Gut geeignet sind auch so genannte „Grillstarter“. Das ist im Grunde nur ein Stück Rohr aus Stahl mit Griff und einer gelochten Platte im unteren Teil. Darin wird die Kohle mit Papier entzündet. Durch den „Kamineffekt“ glüht diese schnell durch und kann dann auf den Grill geschüttet werden.

Wer die Gefahren kennt und vermeidet, sein Wissen auch an die Kleinsten weitergibt, umsichtig und geduldig ist, der wird auch das Gegrillte genießen können.

7 wichtige Tipps zum sicheren Umgang mit dem Grill:

Die Fachleute des Institutes für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer empfehlen:

1. Kinder über Gefahren aufklären und nie unbeaufsichtigt lassen!

2. Niemals Brennspiritus oder Benzin auf bereits brennende oder glimmende Kohle gießen. LEBENSGEFAHR!

3. Feuerfesten Untergrund im Freien als Standort wählen und ein standsicheres Gerät verwenden. Kohle nur mit geeigneten Zündhilfen (Anzündern, Trockenspiritus, Pasten, Grillstarter) anzünden.

4. Ausreichend Sicherheitsabstand von Feld, Wald und Flur sowie von brennbaren Stoffen einhalten.

5. Glutreste sorgfältig ablöschen und erst nach vollständiger Abkühlung entsorgen.

6. Beim Einkauf auf sichere und geprüfte Qualität achten, die in der Regel durch DIN- oder GS-Zeichen dokumentiert wird.

7. Selbst bei schlechtem Wetter gehört ein Grill nicht unter den Son-nenschirm, schon gar nicht in einen geschlossenen Raum. Rauch ist giftig und ebenfalls lebensgefährlich.

Ansprechpartner für Presse-Fragen:

Dr. Rolf Voigtländer
IFS Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer e. V.
Preetzer Straße 75 ? 24143 Kiel
Telefon: 04 31 – 7 75 78 – 0
Mail:

Wolfgang Eck, eckpunkte Kommunikationsberatung
Telefon: 06471-507344
Mobil: 0173-3168518
Mail:

Über das IFS
Die Ursachenforschung bei Brandschäden ist eine der Aufgaben des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer. Die gewonnenen Erkenntnisse aus tausenden von Gutachten werden in der Beratung zu vorbeugendem Brandschutz und im Engagement für die Schadenprävention weitergegeben und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Das Institut hat inzwischen eine 125 Jahre alte Tradition und ist neben dem Hauptsitz in Kiel auch in Berlin, Hannover, Düsseldorf, Wiesbaden, Stuttgart und München vertreten. Die Wurzeln des Instituts gehen in das Jahr 1884 zurück, als die Schleswig-Holsteinische Brandkasse in Kiel eine damals einzigartige Brandverhütungsabteilung gründete. 1952 entstand hieraus schließlich das Kieler Laboratorium für Brandschutztechnik und Brandermittlung, das sich durch seine Forschungsergebnisse bald über die Region hinaus einen Namen machte. Aus diesem Labor ging 1976 das IFS hervor.

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